Sonntag, 12. November 2017

Die Welt aus der Sicht von mir, die Stella

Gestatten, ich bin die Stella und bin eine fitte 8 Jahre alte Jack-Russell-Terrier-Weibchen.
Hier lest ihr eine herzige und schnulzige Kurzgeschichte über mich.
Es mag für den einen oder anderen schnulzig sein, aber ich bin für mein Herrchen und Frauchen etwas ganz Außergewöhnliches.


Gestatten, ich bin´s!

Mein Herrchen und meine Frauchen planten damals einen Hund anzuschaffen, da sie trotz allem noch etwas vermissten.

Als sie bei meiner Züchterin fuhren stand an der Haustür ich, eine kleine süße, eifrig unterkrabbelnde, hell piepsende Wesen. Mein Fell glänzte, da hatte meine Mutter mich gerade fein sauber geleckt. Ich begann aufgeregt zu fiepsen, als mein Herrchen und meine Frauchen näher kamen. Ich wollte denen etwas mitteilen. Meine Mutter schien mit mir etwas überfordert zu sein. Ja, 10 Wochen mit mir waren auch lange genug.

Und das war der Anfang unserer Liebe. Liebe auf den ersten Blick. An diesem Tag war die Liebe geboren. Vorher hatte meine Frauchen nie einen Hund, die Eltern meines Frauchens interessierten sich nicht für Hunde und meine Frauchen hatte sich bis zum Tag noch nicht groß Gedanken über Hunde gemacht, obwohl sie immer gerne Tiere um sich hatte.

Es gibt so viele "berühmte" Altersgenossen. Namen wie "Lassie", "Beethoven" oder "Struppi" klingen meinen neuen Besitzer im Ohr. 
Sie kennen sie alle, weil sie populär geworden sind, durch Film und Presse. Stella, so nannten meine Besitzer mich, ich als Wesen, die zwar noch nicht in Hollywood war, es also nicht zu Weltruhm gebracht habe, die es aber verdient hätten, besonders erwähnt zu werden. Zumindest für meine Besitzer persönlich besteht da eine Notwendigkeit. Stella passte in dem Augenblick einfach zu meine Charakter. Stella ist eine Name, die fest auf den Boden stehend, die ausstrahlt. So denken meine Besitzer zumindest. 

Ich bin ein Hund, die vielem Betrachter, vor allem Kindern, das Herz höher schlagen lassen und Blicke stehen.

Meine Frauchen hat sich dann immer so gefreut, dass sie zu Hause schnell ihre Arbeitstasche in die Ecke geworfen hat, die Leine von der Schublade geholt und ich mit ihr spazieren gegangen bin. Ausgiebige Gassirunde über Felder und Wiesen machen uns und vor allem mich sehr glücklich und war das Nonplusultra in unserem Leben.

Ich habe manchmal Pfütze gesucht und wälze mich richtig darin. Meine Besitzer haben so das Gefühl, ich mache das absichtlich um sie zu ärgern. Das war dann für meine Frauchen immer der Anlass, mich zu Hause zu baden. Wie gesagt, meine Frauchen muss immer mitduschen, damit es nicht überall im Bad nass wird. Meine Besitzer hatten ja keine Badewanne. Das habe ich ich insgeheim immer ganz gerne, mit Schaum gerieben zu werden. Danach brauste sie mich mit warmem Wasser nochmal ab und rubbelte mich mit einem weichen Handtuch trocken. Nun aber nach jedem Baderitual muss ich immer groß schütteln. Trotz meines kurzen Fell ist überall an Fliesen und Möbeln Spritzer Wasser. Als ich dann fertig war, sah ich so richtig süß aus und ich wollte sofort wieder hinaus.

Jeden Tag gehen wir in die großzügig angelegten Garten. Wen ich nach draussen möchte drücke ich fest mit der Schnauze an die Terrassentür. Zu Leidwesen meines Frauchens muss sie immer wieder mit Scheibenreiniger reinigen, weil die Scheibe schnell durch meinen feuchten Schnauze verschmiert wurde. Ich blieb so lange unter dem Vorhang, die wie Brautschleier über meinem Kopf hängt, an der Tür, bis meine Frauchen geöffnet hat und mich raus ließ.

Ich nahm immer aufgeregt den Ball und meine Frauchen musste immer ganz oft werfen und ich habe sie immer geholt. Unermüdlich und immer mit Freude. Ich bin eine wahre Balljunkie. Meine Frauchen hat nie verstanden, warum Bälle zuwerfen meine Artgenossen dumm machen. Ich habe da einen ganz ausgeprägten Bewegungsdrang.

Ich bin eine ganz liebe und Freude erweckende Wesen, die seinem Herrchen aufs Wort hörte, wann es mir passt! Ich habe Talent Menschen auf die Nase zu tanzen. Wenn die Geräusch eines Postwagens näher kommt oder es klingelt, belle ich aus ganzem Leib und am Rande des Herzinfarktes meines Besitzers. Ich belle zuerst, bevor der Klingel angeht. Ich bin ein kleiner Wachhund, aber oho, die dem Einbrecher in die Flucht schlagen könnte. Ich wäre sehr gerne bereit dem Einbrecher zu jeder Tageszeit, ohne Wartezeit und sogar ohne Betäubung Organe zu entnehmen. Schmatz ... 

Auch würde ich am liebsten große, furchteinflößende und gefährliche Artgenossen kloppen. Sobald mein Artgenosse zu mir entgegen kommt, gehe ich schleichend auf sie zu und renne dann im Nu zu ihnen. Ich mutiere bei Hunden, die mir keine Sympathie wecken, zu einer wahren Schlägertyp mit einem großen Herz für Menschenswesen.

Manchmal werde ich auch Terrorhund genannt, wenn ich in aller Herrgottsfrühe meine Besitzer wecke. Ich wecke sie so lange, bis sie aufstehen und mit mir raus gehen. Ich versuche sie zu erschrecken, damit sie wach werden oder puste denen ins Gesicht. Oder kratze mit den Krallen ins Gesicht bis sie mit mir furchtbar schimpfen. So verzweifelt bin ich, als wären sie tot. Ich kann wirklich nicht warten.

Wenn ich müde bin und schlafen will, dann neben uns oder zwischen den Beinen. Manchmal bin ich auf allen Vieren in Luft, die Augen trotz Schlaf geöffnet und wackle mit einem Hinterbein, als wäre ich auf einer sonnigen Blumenwiese und hopse freudig wie ein Kaninchen in der hohen Wiese.

Wenn ich zum Beispiel etwas haben will, was auf dem Tisch kommt. Tief in den Augen des Herrchens schielend und wie auf Hypnose wirkend hocke ich neben sie, wenn sie essen und ich will auch etwas haben. Ich habe immense Begabung, dass vor allem mein Herrchen doch nachgeben muss und mir ein Stück Käse oder Wurst geben muss. Wenn meine Besitzer einmal heimlich vor der Kühlschranktür steht und Käsepackung öffnet stehe ich wie bei einem Quantensprung genau vor denen. Nicht zu vergessen, die Milchschnitte, das liebe ich auch sehr.

Ich kann Stimmungen innerhalb unserer Familie genau erkennen. Ich liege zufrieden auf dem warmen Fussboden, wenn Harmonie herrscht. Ich belle aufgeregt, wenn es mir etwas nicht passt. Ich seufze, wenn ich erkenne, dass meine Frauchen traurig ist und ich schmatze genüsslich, wenn mein Besitzer und in der Folge, dann ich zufrieden sind. Mittags liege ich "lang gestreckt" auf dem Rücken neben meinem Frauchen auf der Couch und halte mein Mittagsschläfchen.

Ich bin ein sensibles Wesen, sehr menschenbezogen und habe keine Interesse am Zusammenleben mit anderen Artgenossen. Wie gesagt, ich bin eine prügelnde Einzelgängerin.

Bei Zischrufe drehe ich meinen Kopf zur Seite, mache auf Kommando Pfötchen, Platz oder hole Ball.

Ich bin aufgrund der liebenswerten und lustigen Charakter eine wahre Clown und manchmal  auch eine ganz schlechte Schauspielerin. 

Wenn meine Besitzer Koffer packen bin ich freudig wedelnd hin und her laufend. Ich habe immer Freude an der neuen Umgebung.
Sobald die Autotüre aufgeht mag ich nicht hinein ins Auto. Autofahren war für mich immer eine Qual und während der ganzen Fahrt liege ich mucksmäuschenstill auf der Rückbank. Oder bin aufgeregt, wenn ein Kind dabei ist. 

Da ich eine Jack-Russell-Terrier bin besitze ich einen großen Jagdinstinkt. Ich bin schnell aufgeregt sobald ein Reh, eine Hase oder einen Eichhörnchen in der Nähe sind oder ihr in die Nase kommt. Da müssen meine Besitzer schwer aufpassen, wenn man mich nicht gerade an der Leine hat. Vögel scheuche ich gerne und lasse sie aber wieder in Ruhe sobald sie wegfliegen. 

Manchmal haben meine Besitzer das Gefühl, als wenn ich Geschöpf wäre, die genauso fühlen, denken und reagieren wie Menschen. NUR mit dem Unterschied, dass wir nicht sprechen, aber bellen können. 

Ich und meine Besitzer sind ein tolles Team. Jeden Tag sind wir zusammen losgegangen und haben immer viel erlebt. Und ich bin ein Hund, die immer Freude schenkt. Wauwau!

-Stella-




Fotoshooting im Juli 2017:




















1 Kommentar:

  1. das sind wunderschöne bilder von stella. so ein hund kann einem das leben noch bereichern :)
    liebe grüße
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