Montag, 8. Januar 2018

Sensiblisierung Hörgeschädigte vs. Normalhörende

Es brennt immer noch tief in mir, und das muss ich auf dem Blog loswerden:
Mein Wunsch ist natürlich, auch wenn ich keine spürbare Handicap habe, dass die Hörgeschädigtenwelt mehr sensibilisiert wird. 

Statt angerufen werden sollen, lieber direkt schriftlich zurück antworten. Wie oft und wieviel Tausend Male musste ich höflich erklären, dass ich hörgeschädigt bin und ein Telefonat nicht möglich ist. Manchmal auch bei dem gleichen Person, die das wieder vergessen. 
Mehr Telefondolmetscher oder Gebärden- und Schriftdolmetscher ausgebildet und eingesetzt werden, damit es in unserer Gesellschaft einfacher wird und weniger mit Blockaden zugeht. 

Auch wünsche ich mir mehr, dass vor allem hörgeschädigte Kinder schnell zu selbstständigen Menschen und von den Eltern früh genug abgenabelt (Eltern-Kind-Bindung) werden. Leider sind es immer noch nicht alle und sind auf Eltern, Geschwister, Tanten und Onkeln angewiesen. Ich stelle immer wieder fest, wie oft Hörgeschädigte dringend Hilfen in Versicherungsfragen, Autokauf, Wohnungsfindung sowie Berufsfindung brauchen.
Es ist ganz eindeutig wissenschaftlich erwiesen, dass die frühkindliche Förderung bereits im Kindergartenalter stattfinden und konsequent bis zum Ende der schulischen Ausbildung durchgeführt wird. Da ist harte Arbeit der Eltern gefordert! 

Um nochmal auf den Punkt zu bringen: Die Lehrer/innen sind nicht (sowie ich heutzutage immer wieder feststelle) als Erzieherersatz ausgebildet, sondern vermitteln Wissen übers Leben. Beides ist zu viel und sprengt die Unterrichtsrahmen und würde die schulische Ausbildung hinauszögern. Wissensvermittlung gehört zu deren Berufsspektrum.
Da die Lautsprache teilweise oder ganz wegfällt (ganz Wegfallen ist nicht gut, denn nicht jeder kann fließend gebärden und eine sinnvolle Kombination ist immer gut) ist die Förderung in der Schriftsprache sowie im Allgemeindeutsch/Grammatik sehr wichtig um im Leben unabhängig weiter zu kommen.

Das bedeutet aber nicht, dass diese Menschen ein Leben lang unfähig sind und bleiben. Man lernt ja ein ganzes Leben und zum Lernen muss man natürlich ein Portiönchen Wille haben. Wenn man Wille hat, da ist auch ein Weg! ;-)

Da fällt mir gerade den Spruch von Immanuel Kant ein:
Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen.

Stimmt eindeutig, gellchen!

Mein Tipp: Nutzt diese Selbstständigkeit, nabelt euch von diesen Menschen ab, macht es euch einfacher und nutzt auch Telefondolmetschdienst! 

Es ist gar nicht so schwer, wie Ihr denkt! ;-)



Infos über Telefondolmetschdienst gibt es zB. auf www.taubenschlag.de!!! 

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